Erdüberlastung

Zum Beispiel, indem wir die Petition unterstützen, die eine gesetzliche Regelung für die unternehmerische Sorgfaltspflicht fordert, um Unternehmen für ihre Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen haftbar machen zu können, auch über Landesgrenzen hinweg.

Die natürlichen Ressourcen des Planeten sind endlich. Dennoch nutzen wir sie, als ob uns mehrere Planeten zur Verfügung stünden. Der Erdüberlastungstag zeigt die ökologischen Grenzen unserer Erde auf und berechnet den Zeitpunkt im Jahr, an dem der Bedarf der Menschheit das übersteigt, was die Ökosysteme innerhalb des ganzen Jahres regenerieren können.

Laut der Nachhaltigkeitsorganisation Global Footprint Network wurde erstmals in den 70er Jahre eine kritische Grenze erreicht, seitdem steigt die Ressourcen-Nachfrage kontinuierlich. Da die Menschheit also immer mehr natürliche Ressourcen verbraucht, rückt der sogenannte Earth Overshoot Day damit jährlich nach vorne, so dass wir aus ökologischer Sicht über unseren Verhältnissen leben – Wir verschulden uns einen großen Teil des Jahres bei unserer Umwelt. Im letzten Jahr fiel der deutsche Überlastungstag beispielweise auf den 3. Mai (weltweit gerechnet auf den 29. Juli). Für dieses Jahr wurde noch kein Termin publiziert, da der Effekt, den die Corona-Pandemie möglicherweise auf die Daten hat, noch nicht vollständig berechnet wurde.

Können wir etwas dagegen machen? Ja, wir haben es alle selbst in der Hand, unseren ökologischen Fußabdruck aktiv zu verringern! Mit jeder Konsumentscheidung, die wir täglich treffen, verbrauchen wir Ressourcen. Ob das ein neuer Pullover, eine Tasse Kaffee oder eine Autofahrt ist. In dem wir uns selbst hinterfragen, was uns glücklich macht und was für uns eher unwichtig ist, können wir gezielt Entscheidungen treffen, uns bewusst auf das für uns Wichtige fokussieren und einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Schutz unserer Erde leisten.

Zum Beispiel, indem wir die Petition unterstützen, die eine gesetzliche Regelung für die unternehmerische Sorgfaltspflicht fordert, um Unternehmen für ihre Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen haftbar machen zu können, auch über Landesgrenzen hinweg.

Who made my clothes?

Diesen Monat fand weltweit die Fashion Revolution Week statt. Die Aktivist*innen setzen sich für eine gerechtere Modeindustrie und soziale Verantwortung von Unternehmen innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette ein. Insbesondere die Textilindustrie in Bangladesch steht immer wieder im Fokus und ist bekannt für ihre schlechten Arbeits- und Produktionsbedingungen. Zahlreiche Brände, Menschen, die vor Erschöpfung sterben, Verstöße gegen Menschenrechte. Je billiger ein Kleidungsstück ist, umso sicherer können wir uns sein, dass jemand anderes den Preis dafür bezahlt.

Die Fashion Revolution Bewegung entstand nach einer der größten Katastrophen der Textilbranche: 2013 verstarben bei dem Einsturz des baufälligen Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch mehr als 1000 Menschen, mehr als 2000 wurden schwer verletzt.  Die Opfer: Textilarbeiter*innen, größtenteils junge Frauen. Menschen, die unter desaströsen Arbeitsbedingungen für einen Hungerlohn Kleidung nähten, für beliebte europäische Modeketten. Unter anderem auch für den Billig-Mode-Riesen, der erst vor kurzem in der Kieler Innenstadt eingezogen ist.

Jedes Jahr im April fragen zahlreiche Menschen in den sozialen Medien „Who made my clothes?“ und fordern von großen Fast-Fashion-Marken Transparenz. Die Fashion Revolution Week erinnert daran, dass die Kleidungsstücke, die wir tragen, von echten Menschen genäht wurden. Menschen, die es verdienen, dass wir diese Kleidung wertschätzen. Sie erinnert daran, dass wir hinterfragen, welche Labels wir guten Gewissens unterstützen möchten. Dass wir unsere Kaufentscheidungen ethisch hinterfragen dürfen. Dass wir überlegen dürfen, welche Folgen die Modeproduktion für Mensch und Umwelt hat. Und dass wir gemeinsam laut werden müssen!

Zum Beispiel, indem wir die Petition unterstützen, die eine gesetzliche Regelung für die unternehmerische Sorgfaltspflicht fordert, um Unternehmen für ihre Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen haftbar machen zu können, auch über Landesgrenzen hinweg.

Support now: change.org/ranaplaza

6 Jahre Glückslokal

Hipp hipp hurra, das Glückslokal hat Geburtstag! Kaum zu glauben, aber wir schenken uns schon seit sechs Jahren in unserer Sharing-Community glücklich. Anlässlich dieses feinen Jubiläums möchten wir an die Anfangszeit zurückdenken und uns daran erinnern, wie die Geschichte begann.

Alle sieben Gründer*innen lebten das Prinzip „Schenken-Tauschen-Leihen“. Manche von uns organisierten bereits seit 2011 Tauschpartys in Kiel, manche koordinierten im Internet große Tauschgruppen. Mit dem Glückslokal wollten wir unser Engagement für einen nachhaltigen Konsum bündeln und gemeinsam gegen Verschwendung kämpfen. Wir wollten einen Ort der Begegnung schaffen, um Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Hilfestellungen anzubieten.  In unserer Bewerbung für den Yooweedoo-Ideenwettbewerb schrieben wir im Winter 2013: „Wir wollen das Tauschprinzip etablieren und ein Bewusstsein für Ressourcenknappheit und die Notwendigkeit eines Konsumwandels anregen.“ Und plötzlich ging alles ganz schnell. Im Februar 2014 wurde aus dem ursprünglich geplanten „Kieler Kreisel – Schenken, Tauschen, Leihen“ Verein nach intensivem Namens-Brainstorming das Glückslokal und schon standen wir das erste Mal auf einer Bühne, um das Projekt zu bewerben. Im März erhielten wir eine Yooweedoo-Förderung, gründeten am 25.03.14 den Verein und eröffneten nur fünf Tage später das erste Glückslokal in Kiel-Gaarden. Einen Monat später hatten wir 60 Vereinsmitglieder, die Kieler Nachrichten betitelten uns als die „modernen Glücksritter“ und wir waren stolz wie Bolle.

Genauso schnell, wie sich die Ereignisse überschlugen, änderten wir auch das Konzept des Vereins: Aus Tauschen wurde Schenken, damit sich jede*r ohne Gegenwert Second-Hand-Schätze aussuchen konnte. Die Glücks-Crew organisierte zusätzlich zum „Schenkladen“ Wohnzimmerkonzerte und Jam-Sessions, es gab Strick- und Häkeltreffen, im Hinterhof wurde gemeinsam Gemüse angebaut und der Kieler Klamotten Kreisel veranstaltete regelmäßig Soli-Flohmärkte und Tauschpartys im Glückslokal. Nach einem halben Jahr bekamen wir die Möglichkeit, uns räumlich stark zu vergrößern und in die Alte Mu umzuziehen, einem Ort mit damals noch vielen leeren Räumen, an dem sich grade ein spannendes Netzwerk aus kreativen Projekten zu entwickeln begann. Bis heute „machen wir Mu“, wie es so schön heißt. Manches hat sich seit 2014 im Glückslokal verändert, wir konnten uns viele Jahre ausprobieren und unseren Weg innerhalb der Sharing-Economy finden. Aus „Schenken-Tauschen-Leihen“ wurde ein „Schenk-dich-glücklich!“. Die Essenz ist dabei stets geblieben: Stilvoll gegen Verschwendung!

Glückslokal 2.0 ab März

Das Glücklokal 2.0 klopft an die Tür! Wir lassen es am Sonntag, den 01.03.20 herein und sind ein bisschen aufgeregt. Seit der Gründung gab es noch nie solche Neuerungen! Wie ging die Reise eigentlich los? Bereits 2018 war das Glückslokal aus den Kinderschuhen herausgewachsen und mit seinen fast 900 Vereinsmitgliedern nicht mehr das kleine studentische Projekt, mit dem wir 2014 starteten. Bei der Erledigung der vielfältigen Aufgaben, die zusätzlich zu den Öffnungszeiten anfielen (z.B. Verwaltung und Buchhaltung), stießen wir langsam aber sicher ehrenamtlich an unsere Grenzen. Gleichzeitig verdoppelte sich die Miete für unsere Räumlichkeiten. Wir standen vor der Wahl: Entweder den Verein künstlich klein halten (trotz des großen Interesses) oder professioneller strukturieren, um mit einem neuen Finanzierungskonzept weiter wachsen zu können. Die Entscheidung fiel uns leicht. Die Klimakrise geht uns alle an und wir möchten möglichst vielen Menschen in Kiel und Umland die Teilnahme an unserer Sharing Community ermöglichen und alle einladen, Second-Hand zu konsumieren, anstatt Neues zu kaufen! Wir brauchten also einen Plan zur Professionalisierung des Vereins.

Die ersten beiden Schritte der 2.0-Planung, der Umbau vom Annahme- und Kassenbereich sowie die Einstellung von zwei Teilzeitkräften (Sarah und Nina) für die Geschäftsführung ließ sich ganz flott im ersten Quartal 2019 umsetzen. Für den dritten und größten Schritt, die Erarbeitung eines neuen Finanzierungkonzepts, nahmen wir uns bewusst das ganze Jahr Zeit. Wir führten Interviews mit Mitgliedern, arbeiteten mit Design-Thinking-Methoden, visualisierten und strukturierten das Glückslokal wie nie zuvor. Es war eine spannende Zeit, die vor allem eins zeigte: Wir brauchen flexiblere Mitgliedschaften. Wir lernten: Die Konsumbedürfnisse und die Erwartungen an den Verein sind unglaublich vielfältig, genau wie die Möglichkeit oder auch Bereitschaft, das Glückslokal finanziell zu unterstützen.

Die Herausforderung war, ein Modell zu erarbeiten, mit welchem der Verein langfristig bestehen bleiben kann und dabei ein System zu erschaffen, das möglichst viele ganz unterschiedliche Menschen glücklich machen kann. Ein Grundgerüst hatte sich anhand der Interviews mit Mitgliedern bereits abgezeichnet. Konnte doch dann gar nicht mehr so schwer sein? Zack, zu früh gefreut! Nun verlangten die schwierigen Fragen nach Aufmerksamkeit, unsere Köpfe rauchten. Wie viel ist genug? Ab wann beginnt Überkonsum? Wie viel Konsum pro Kopf ist für die Umwelt gerecht, wenn doch jeder Konsum Ressourcen verbraucht? Welche Anzahl an Konsumgütern pro Monat aus dem Glückslokal ist gerecht? Inwiefern können wir dem unterschiedlichen Gerechtigkeitsempfinden von Mitgliedern gerechter werden? Wie teuer müssen Mitgliedschaften werden, um unsere Ausgaben zu decken? Wie günstig müssen Mitgliedschaften bleiben, damit sie für möglichst viele Menschen weiterhin finanzierbar sind?

Die Aufgabe, Antworten im Sinne des Vereins zu finden, bescherte uns einige schöne philosophische Stunden, aber auch einige schlaflose Nächte. Wir tanzten mit dem bewussten Konsum auf einem Drahtseil und suchten eine Balance zwischen ökologischer Gerechtigkeit, sozialer Gerechtigkeit und der Finanzierbarkeit des Vereins.

Manche Fragen dazu haben wir schon mit einigen von euch vor Ort diskutierten können, wir haben uns Kritik zum alten System angehört, wir haben uns Kritik zum neuen System angehört. Und wir haben sehr viel positives Feedback erhalten und dafür danken wir euch von ganzem Herzen!

Der Verein wächst mit seinen Herausforderungen und wir wachsen mit. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit euch die noch zarte Pflanze Glückslokal 2.0 sprießen zu lassen, neue Wege zu beschreiten und daran zu arbeiten, dass unsere Sharing-Community langfristig ein nicht wegzudenkender Bestandteil unserer Stadt wird. Denn: Sharing is caring!

Zwanzigzwanzig

Zu Beginn des Jahres klopfen sie gerne etwas lauter an die Tür: Die guten Vorsätze, was das eigene Konsumverhalten angeht. Die Gedanken kreisen dabei schwungvoll um unsere Lieblingsfrage: „Was brauche ich wirklich?“ Im Internet laden viele kleine Challenges dazu ein, sich selbst etwas genauer auf die Finger zu gucken, ganz unverbindlich, ohne großen Zeit- oder Planungsaufwand. Zum Beispiel innerhalb von 15 Minuten spontan 15 Gegenstände auszusortieren, die man nicht mehr benutzt („Huch, besitze ich wirklich 25 Jeans/ Handtaschen/ Schals?!“). Kleine Aufgabe, große Wirkung inklusive Aha-Moments. Wenn die Selbstreflexion beginnt, stoppt sie (fast) nichts! Manche nutzen die Motivation des frischen Jahrzehnts auch dafür, die Wohnung komplett auf den Kopf zu stellen und sich einen Überblick über ihren gesamten Besitz zu verschaffen. Auch das kann durchaus seinen Unterhaltungswert haben und einige spannende Kuriositäten und schöne Erinnerungen aus den hintersten Schrankecken hervorlocken. Aufräum-Party mit ein paar Freunden gefällig? Obwohl Marie Kondo schon seit mehr als 5 Jahren fragt „Does it spark joy?“, nimmt die Aktualität des Themas einfach nicht ab. Und das ist auch gut so! Denn die alles entscheidende Frage „Was brauche ich wirklich“ zielt nicht nur darauf ab, was wir von unserem eigenen Besitz getrost an unsere Mitmenschen weitergeben können, sondern auch auf unser zukünftiges Konsumverhalten. Kopfloser Kaufrausch war gestern, die Zukunft gehört dem bewussten Konsum! Die Umwelt dankt. Was haben wir zu verlieren, wenn wir vor der Entscheidung, ob wir etwas wirklich haben müssen, kurz innehalten und uns selbst hinterfragen, wie entscheidend für unser Glück dieser neue Gegenstand ist? Spoiler-Alarm: Nichts.

Neuer Mitgliedsbeitrag ab 1.1.2019

Am 10. August 2018 fand die Mitgliederversammlung des Glücklokal e.V. statt. Das Protokoll hierzu findest du unter nachfolgendem Link:
Protokoll_MV_Stand_05102018.pdf

Protokoll_MV_Stand_13.8.18.pdf

Die neue Beitragsordnung, über die in der Mitgliederversammlung einstimmig abgestimmt wurde, findest du hier:

Beitragsordnung_ab20190101.pdf

Die Mitgliedsbeiträge werden somit ab dem 1. Januar 2019 von 3 Euro/Monat auf 5 Euro/Monat angepasst. Alle Fördermitglieder, die bereits jetzt 5 Euro/Monat oder mehr zahlen, sind von der Änderung nicht betroffen. Sofern du einen Dauerauftrag eingerichtet hast, ändere diesen bitte zum 1. Januar 2019 um. Wir möchten dich ebenfalls darauf aufmerksam machen, dass die Beiträge zum 1. des Monats fällig sind. Deshalb ist es wichtig, dass du den Dauerauftrag ggf. auch hier anpasst.

Weihnachtsferien und neue Mitgliedsausweise

Das Glückslokal macht vom 20. Dezember bis zum 06. Januar Weihnachtsferien.

Um euch im Januar lange Wartezeiten an der Kasse zu ersparen (wir müssen ungefähr 900 Mitglieder mit neuen Ausweisen versorgen), könnt ihr uns während der Weihnachtsferien in der ThinkFarm besuchen. Hier könnt ihr den Mitgliedsbeitrag entrichten und einen neuen Ausweis entgegennehmen. Am 02. und 03. Januar findet ihr einen aus unserem Team zwischen 12 und 16 Uhr an unserem ThinkFarm Schreibtisch, am 04. Januar sind wir zwischen 10 und 13 Uhr für euch da. Die ThinkFarm befindet sich ebenfalls auf dem Gelände der Alten Mu und ist über den Kopfbau zu erreichen. 

Wir haben den 2. Platz beim Umweltpreis gewonnen

Beim diesjährigen Umweltpreis der Stadtwerke Kiel holte das Glückslokal den zweiten Platz im Publikumsvoting. Vielen Dank für eure Unterstützung! Bettina und Adriana haben den Preis auf der Preisverleihung im Stadtwerke Casino entgegen genommen. Dotiert ist der Preis mit 2000 Euro. Mit dem Gewinn wird das Glückslokal die Spendenannahme optimieren und mit der Werk statt Konsum einen Annahmetresen sowie Ablagen zum Sortieren konstruieren. 

Unterstützung gesucht

Wir können eigentlich bei jeder Schicht Unterstützung gebrauchen, aber vor Allem dienstags sind wir im November und Dezember unterbesetzt.

Da wir auf den Winter zusteuern wird es sicherlich mal erkältungsbedingte Ausfälle geben. Wir freuen uns natürlich über jede Stunde, die Jemand spontan hilft, suchen aber auch Leute, die verbindlich Schichten übernehmen können.