Putzen? Aber bitte ohne Chemie!

von Sarah Hansen

Hand auf’s Herz: Hast du dir schonmal Gedanken über deine Putzgewohnheiten gemacht?

Seit kurzem weiß ich: In Deutschland werden jährlich 1,5 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel* an den privaten Endverbraucher verkauft und landen dementsprechend im Abwasser – Industriereinigung also noch gar nicht eingerechnet. Eine für mich erschreckend hohe Zahl. Zudem werden die meisten Produkte nicht benötigt und beinhalten giftige und umweltschädliche Stoffe.

Bereits seit einigen Jahren stelle ich in unregelmäßigen Abständen mein eigenes Putz- und Waschmittel her. Meine Motivation dieses auszuprobieren waren vor allem die Lust Dinge selbst zu machen, die Umwelt zu schonen und weil ich mal gelesen habe, dass chemische Reinigungsmittel „irgendwie nicht so gesund sein sollen“. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann überwiegt oft die Bequemlichkeit und das fertige Produkt wandert in den Einkaufswagen.

Dabei überwiegen die Vorteile von selbsthergestelltem Putzmittel um Längen. Im Prinzip benötigt ein Haushalt nur Natron, Soda, Essig, Zitronensäure und Kernseife. Da inzwischen alles unverpackt gekauft werden kann, spart es eine Menge Geld und Plastik, ist bei weitem nicht so aggressiv, wie die chemische Variante und besser für die Umwelt, da biologisch abbaubar. Auch viele Pflegeprodukte lassen sich mit diesen Zutaten herstellen.

Das Internet bietet eine große Auswahl an Rezepten und Ideen. Tutorials in den Sozialen Medien oder Websites wie utopia.de helfen für einen ersten Überblick. Das Buch „5 Hausmittel ersetzen eine Drogerie“ informiert umfangreich und hat für wirklich jeden Fleck das passende Rezept zur Hand. Auch auf Instagram inspirieren zero_waste_deutschland und Start-Ups wie luise.klaragruen. Luise ist eine richtige Putzfluencerin und informiert über nachhaltiges Saubermachen, das richtige Equipment und die richtigen Putztechniken. Ihr wichtigstes Mittel zur Reinigung ist meist nur destilliertes Wasser und ein Edelstahlschwamm. Damit du direkt starten kannst, habe ich dir hier schon eines meiner Lieblingsrezepte zum Fensterputzen rausgesucht. Viel Freude beim Ausprobieren

*Quelle: Nachhaltigkeitsbericht 2019 Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V.

März-Fazit

von Nina Lage-Diestel

Über den Winter mussten wir lange Zeit ohne unsere Extraportion Glück auskommen, ungewohnt war’s und es fehlte einfach etwas. Umso größer die Freude, dass wir wieder öffnen konnten, in aller Vorsicht und mit einem frisch überarbeiteten Hygienekonzept. Unser Fazit für den ersten Monat: Läuft! Wir haben von euch viel positives Feedback bekommen, was uns sehr glücklich macht. Insgesamt haben uns in diesem ersten Monat 174 Mitglieder und einige Gäste besucht.

Tendenziell beobachten wir, dass es einen für uns etwas überraschenden Run auf die Terminbuchungen gibt, viele aber sehr zögerlich spontan zu den Öffnungszeiten vorbeikamen. Vor Ort haben wir gehört, dass zum einen die Planungssicherheit ein Pluspunkt ist, insbesondere für Vereinsmitglieder, die eine längere Anreise aus dem Kieler Umland haben und zum anderen große Angst vor dem Anstehen besteht. Das ist natürlich verständlich (grade bei Kieler Schietwedder), tatsächlich kam es im gesamten März nicht ein einziges Mal zu einer längeren Schlange vor dem Glückslokal. Zu jeder vollen und jeder halben Stunde konnten jeweils 5 Besucher*innen ohne Termin hereinkommen, teilweise stand jedoch nur ein einziger Mensch oder sogar niemand vor der Tür (das war ein kleines bisschen unheimlich :)).

Aufgrund der Corona-bedingten Planungsunsicherheit und der ansteigenden Kieler Inzidenz haben wir vorerst die Buchung von April-Terminen auf zwei Stück pro Vereinsmitglied begrenzt und hoffen, dass dadurch deutlich mehr Mitglieder die Chance auf ein heiß begehrten Glücks-Ticket bekommen. Wir empfehlen nach wie vor, bereits zu Hause zu überlegen, was grade dringend aus dem Glückslokal benötigt wird und dann gezielt vor Ort nach einem Glücks-Griff zu suchen. Habt auch ihr ein März-Feedback für uns? Hinweise, Wünsche, konstruktive Kritik sind uns herzlich willkommen, wir probieren es jeden Monat ein Stück besser zu machen und gemeinsam mit euch einen guten Weg durch diese Pandemie-Zeit zu finden!

Warum das Glückslokal ein Verein ist

von Nina Lage-Diestel

Warum ist das Glückslokal eigentlich kein „normaler“ Laden, wo Mensch „normal“ einkaufen kann? Ganz ehrlich: Genau das möchten wir nicht sein. Ein Laden, wo den Dingen ein Preisschild aufgedrückt wird, entspricht nicht unserer Vorstellung vom Konsum der Zukunft. Klar haben Secondhand-Shops ihre Vorteile, wir möchten sie auch nicht ersetzen, sondern ergänzen. Ein weiteres Angebot schaffen für alle, die Lust haben, sich auf diese Konsumalternative einzulassen. Das Glückslokal soll niemandem gehören! Der Verein, das sind wir alle und es soll keine Eigentümer*innen geben, die sich finanziell bereichern können. Sämtliche Einnahmen gehören dem Verein selbst und niemandem sonst.

Das, was auf den allerersten Blick sichtbar ist, unterscheidet sich vielleicht nur unwesentlich von einem Laden – Ich gehe hinein und mit „neuen“ Dingen in der Hand wieder heraus. Das Glückslokal ist und kann jedoch so viel mehr. Wir bekommen regelmäßig das Feedback, dass der Verein das eigene Denken und Handeln beeinflussen kann: Sowohl auf der Ebene des Nehmens (Welche Dinge haben für mich einen konkreten Nutzen oder machen mich glücklich?) als auch des Gebens (An welchen Dingen finde ich keinen Gefallen mehr und gebe sie weiter? Von welchem Dingen kann ich mich endlich lösen?). Wenn ich mich darauf einlasse, die Sachen in meiner Wohnung nicht mehr anhand von Euros zu bewerten, sondern von dem tatsächlichen Nutzen für mich, scheint so manches in einem anderen Licht. Damit meine ich natürlich nicht Dinge, für die ich lange sparen musste oder die einen hohen emotionalen Stellenwert für mich haben, sondern Gegenstände des täglichen Gebrauchs, von denen sich manchmal eher zu viel als zu wenig angesammelt hat.

Im Glückslokal wird daher nicht Geld gegen Ware getauscht, sondern die Gemeinschaft finanziert einen Verein, der sich für die Vision einer enkeltauglichen Welt einsetzt, in der Konsum eine andere Funktion haben wird. Fest steht: Wir können uns nicht grün konsumieren, die Welt von morgen braucht alternative Modelle. Wir können nicht alles neu kaufen und uns dann wundern, dass die Rechnung mit dem unbegrenzten Wachstum bei endlichen Ressourcen nicht aufgehen wird. Der Verein bietet ein praktisches und relativ leicht umsetzbares Angebot in einem großen Netzwerk von Initiativen, die sich alle für einen gesellschaftlichen Wandel einsetzen, für eine Transformation und ein anderes Miteinander. Nicht nur mit unseren Mitmenschen, sondern auch mit der Umwelt. Für dieses höhere Ziel bietet das Glückslokal eine Möglichkeit, mehr Nachhaltigkeit in das eigene Leben zu integrieren.

Wie klein darf’s sein?

von Sabrina Böhm

Loslassen und sich von dem Trennen, was belastet – das ist das Credo vieler Glücklokalisten. Wer aber viel aussortiert, bemerkt schnell, dass die eigenen vier Wände plötzlich luftiger und geordneter erscheinen als vorher. Da kommt schon mal die Frage auf: Wie viel Wohnraum brauche ich wirklich?

Anfang vergangenen Jahres packte mich und meinen Mann die Idee von einem Tiny House. Viele denken bei diesem Begriff sofort an wohnwagenähnliche Häuschen auf einem Anhänger mit Rollen, aber die Vielfalt der Tiny Houses ist viel größer. Es gibt die 9 Quadratmeter großen Mobilheime auf Pkw-Anhängern, aber auch 40 Quadratmeter große Modulhäuser, die auf Wechselbrücken stehen und jederzeit zum Transport via Lkw bereit sind. Manche bauen sich Tiny Houses aus Zirkuswagen oder bestellen eins bei Anbietern, die komplette Tiny Houses für 50.000 Euro aufwärts herstellen. Viele setzen aber auch auf die Marke Eigenbau und basteln sich selbst ein Haus zusammen. Aber geht das so einfach?

Gerade in Deutschland ist das mit den Tiny Houses keine einfache Sache. Sollen sie mobil auf einem Pkw-Anhänger stehen, müssen sie eine Straßenzulassung bekommen. Dabei gilt: Der Aufbau, also vom Rad bis zum Dach des Tiny House, darf nicht höher als 4 Meter sein, nicht breiter als 2,55 Meter und nicht mehr als 3,5 Tonnen wiegen. Und wer sein Tiny irgendwo dauerhaft bewohnen will, hat auch so seine Schwierigkeiten. Ist das Gelände überhaupt für den Wohnungsbau freigegeben? Ist das Tiny House auch statisch von einem Architekten konstruiert worden? Entspricht es den Bebauungsvorschriften des jeweiligen Wohngebietes? Vorschriften über Vorschriften gibt es zu beachten, dazu noch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedliche. Einzig allein ein Dauercampingplatz könnte die langfristige Lösung sein, aber auch da gilt es einen Campingplatz zu finden, der das befürwortet. Und ganz ehrlich, wer will schon auf dem Campingplatz wohnen?

Der Weg zu einem Tiny House erscheint recht steinig. Unterstützung bekommen wir im Tiny House Forum und der Tiny-House-Deutschland-Facebook-Gruppe, wo ein reger Austausch stattfindet. Dort wird über mögliche Heizungssysteme/Kaminöfen, Hausformen und viele andere Details ausführlich diskutiert. Für uns steht fest: Wir möchten ein Modulhaus aus gebrauchten Seecontainern bauen. Die l-förmige Grundfläche soll 38 Quadratmeter betragen. Es soll ohne Räder, einfach dem Boden stehen. Schon jetzt haben wir ein konkretes 3D-Modell gebaut, um uns ganz genau vorzustellen, wie viel Stauraum wir brauchen. Fehlt also „nur“ noch ein passendes Gelände, doch das könnte noch eine Weile dauern….

Rückblick auf ein wildes Jahr

von Nina Lage-Diestel

Vor ein paar Tagen las ich einen Jahresrückblick, der 2020 leicht zynisch in „kein Corona, viel Corona, wenig Corona, viel Corona“ zusammenfasste. Aber wie lief es für unseren Verein? Viel vorgenommen hatten wir uns für dieses Jahr! An einem neuen Sharing-Konzept und dessen Umsetzung hatten wir monatelang getüftelt, im März wollten wir unsere Ideen wahrwerden lassen. Wieder mehr Mitglieder aufnehmen, den Verein finanziell absichern, um ihn langfristig zu erhalten und nicht immer wieder besorgt auf das Konto zu schielen. So planten wir. Und dann kam der März und wir mussten schließen.

In der allerersten Glückspost schrieb ich im Januar über Vorsätze, über den Frühjahrsputz und Aufräum-Partys. Ich ahnte nicht, dass das Jahr ganz andere Prioritäten bereithalten würde. Unsere Erwartungen an unsere eigenen Pläne wurden in diesem Jahr sicherlich nicht erfüllt. Dennoch bin ich dankbar, dass wir es trotz aller Widrigkeiten geschafft haben, mit unserem ehrenamtlichen Team weiterhin zuverlässige Öffnungszeiten anzubieten, mit Hygiene-Konzept und allem Pipapo. Viele Mitglieder*innen konnten uns 2020 besuchen und wir hoffen, dass wir euch allen diese besondere Zeit damit ein bisschen versüßen konnten. Wir waren da und ihr wart da und das fühlte sich gut an!

Dass schönste in diesem Jahr ist wohl mit Abstand, dass unser Team um einige ganz tolle Menschen bereichert wurde, die uns schnell ans Herz gewachsen sind. Wilde Zeiten haben wir zusammen gemeistert! Und ohne die zusätzliche Power wäre es kaum zu schaffen gewesen. Jede von uns hat so viel Herzblut ins Glückslokal gesteckt, der Zusammenhalt war deutlich spürbar. Ich bin jedenfalls unglaublich stolz darauf, was alle Ehrenamtlichen gemeinsam bewirken konnten! Und am Ende des Jahres bleibt uns zu sagen: Wir alle zusammen schaffen das. Unsere Wünsche für den Verein sind noch nicht in Erfüllung gegangen, aber 2021 verheißt: Neues Jahr, neues Glück!

Black Friday – Die Kritik an der Kritik

von Nina Lage-Diestel

Der Black Friday ist für Konsumkritiker*innen wahrlich kein Tag der Freude. Mit Sonderangeboten und Rabatten umwirbt der Handel potenzielle Käufer*innen, hochaufgestapelte Produkte blitzen und blinken und zwinkern einem zu. Das Ziel: Ordentlich Umsatz machen! Die Frage nach der Notwendigkeit einer Anschaffung kann beim Anblick der purzelnden Prozente durchaus in den Hintergrund geraten. Umso besser, dass bereits in den 90ern als Erwiderung der Buy-Nothing-Day entstand. An diesem Tag wird sich bewusst dafür entschieden, nichts zu kaufen. Zusätzlich inspiriert die Circular-Monday-Bewegung online zum Ausleihen, Tauschen & Teilen als auch zu Reparatur oder Upcycling. Also zu allem, was das Herz einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft hüpfen lässt.

Also alles gut? Nun ja. Wer profitiert denn auf Unternehmensseite von dem Verkaufsevent? Das kleine Fairtrade-Label, das die Produkte liebevoll in Handarbeit herstellt, wird es sich wohl kaum leisten können, die Preise stark zu senken, um mit der Konzern-Konkurrenz mitzuhalten. Und auch auf Konsument*innen-Seite ist die Welt kein Ponyhof. Dass ich mich persönlich dafür entscheide, mich am Black-Friday-Einkauf nicht zu beteiligen, ist ökologisch betrachtet natürlich gut und sinnvoll. Meine freie Wahlmöglichkeit setzt jedoch eins voraus: Mein Privileg. Ich kann an den Prozentschildern völlig entspannt vorbeigehen, weil ich nicht von ihnen abhängig bin. Eine Frage der individuellen Einstellung oder vielmehr des Systems, aufbauend auf vielschichtigen strukturellen Problemen?

Eine reine Konsumkritik anlässlich des Black Friday ist meiner Meinung nach verkürzt. Insbesondere in Zeiten einer Pandemie. Viele kleine lokale Läden leiden an den Umsatzeinbußen und verdienen Unterstützung statt Boykott. Zusätzlich steigt die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft an. Ich werde nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen, der Black-Friday-Rabatte nutzt, weil ich es schlichtweg nicht beurteilen kann, ob dieser Kauf einer Geiz-ist-Geil-Mentalität entstammt oder ob ihm eine ernsthafte Notlage zugrunde liegt. Die wirklich interessanten Fragen befinden sich doch erst jenseits einer pauschalen Einteilung in Gut & Böse: Wer sind die Gewinner*innen des Black Friday, wer die Verlierer*innen und warum? Welchen Stellenwert haben Konsum und Besitz und was macht das mit uns? Was brauchen wir als Gesellschaft, um uns nicht (mehr) anhand unseres Besitzes zu bewerten?

Anregungen zum Schenken

Jemandem etwas zu schenken macht große Freude – oft sogar mehr, als selbst beschenkt zu werden. Sinnvoll zu schenken ist manchmal aber gar nicht so leicht. Deshalb habe ich für euch meine liebsten Geschenk-Ideen zusammengestellt! Bei jeder Entscheidung steht dabei natürlich die Frage im Vordergrund: Kann der/die Beschenkt*e das überhaupt gebrauchen?

Wenn du nicht weißt, was du schenken sollst, besorge nicht irgendetwas. Schenke nur, wenn sich etwas gezielt gewünscht wird. Finde heraus, ob die Person den Gegenstand gebraucht genauso toll findet, wie neu gekauft und schenke, wenn möglich, lieber Second-Hand. Sollte der Gegenstand neu sein, weil es sich zum Beispiel um ein Stück Haarseife handelt, suche gezielt nach Lädchen, die liebevolle, handgemachte Sachen produzieren und verkaufen. Auch Kiel hat hier einiges zu bieten.

Schenke Verbrauchsgegenstände, nicht Gebrauchsgegenstände, zum Beispiel hochwertigen Kaffee, Tee oder Öl. Natürlich nur Dinge, die im Alltag auch wirklich verbraucht werden. Die Person kocht nicht? Dann schenke keine fancy Gewürzmischung, die im Schrank Platz wegnimmt.

Schenke Zeit. Wenn du jemanden kennst, der einen stressigen Alltag hat, schenke dieser Person Zeit für sich. Entlaste, indem du den Hund ausführst, das Kind einen Nachmittag hütest oder einen Einkauf erledigst. Auch Zeit für gemeinsame Unternehmungen kann mehr Freude bereiten als ein Strauß Blumen, der nach fünf Tagen verwelkt ist.

Der Klassiker: Do it yourself. Momentan gilt sowieso: lieber zuhause bleiben, als in überfüllten Geschäften herumlaufen. Die Möglichkeiten sind unendlich und das Internet bietet eine unglaubliche Fülle an Anleitungen zum Selbermachen. Einige Ideen: stricken oder häkeln, Makramee knüpfen, Marmelade oder Tomatensoßen einkochen, Pralinen und Kosmetik herstellen, Kerzen ziehen oder gießen.

Verschenke eine Patenschaft oder Mitgliedschaft. Ob für den Schutz von der Umwelt, Mensch oder Tier – es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten Gutes zu tun. Gerade in diesem Jahr benötigen viele Initiativen finanzielle Unterstützung. Vielleicht ist ja sogar eine Glückslokal-Verschenk-Mitgliedschaft genau das richtige Geschenk für dich?

Einmal Reset drücken, bitte

Unser Gehirn wird jeden Tag mit unheimlich vielen Informationen überflutet. Tausende Werbebotschaften stürmen auf uns ein, täglich gibt es neue Informationen zum Klimawandel. Wir haben so viel zu tun, dass wir To-Do-Listen schreiben, unsere Kalender sind vollgestopft mit Terminen und nie bleibt genug Zeit, sich einmal wirklich auszuruhen. All der Stress, die Sorgen, die Hetze tun dem Körper nicht gut. Zumal wir uns häufig nur zwischendurch mit schnellen Essen füttern, ohne viel darüber nachzudenken, was unser Körper wirklich braucht. Für mich ist ein Weg aus diesem Teufelskreis: das Fasten.

Foto: Sabrina Böhm

Seit 2,5 Jahren faste ich regelmäßig. Zweimal im Jahr steige ich aus dem ganzen Karussell des Lebens aus und nehme mir Zeit und Ruhe für mich. Für mich ist das Fasten nach Buchinger optimal. Dabei gibt es nur Gemüsesäfte, am besten frisch entsaftet, Brühe und Tee. Viele sagen: Ich könnte nie fasten, ich esse viel zu gerne. Meine Antwort ist dann immer: Ich esse auch sehr gerne, aber ich weiß, dass mir das Fasten körperlich und mental sehr gut tut. Dafür lohnt es sich, mal für ein paar Tage zu verzichten. Wenn sich der Körper nach zwei oder drei Fastentagen umgestellt hat, auf den Fettstoffwechsel, fühle ich mich so energiegeladen wie nie. Nun holt sich der Körper alle Energie aus den körpereigenen Fettreserven. Man glaubt es kaum, wie viel Energie der Körper sonst braucht, um zu verdauen. Wenn das wegfällt, eröffnet sich eine ganz neue Ebene – auch mental. Die Fastenzeit ist für mich immer eine Zeit, in der ich mir bewusst Zeit nehme, um wichtige Themen anzugehen. Einmal im Kopf aufräumen. Den Ballast der Seele untersuchen und am besten Teile davon bearbeiten. Bisher hat sich bei jeder Fastenkur eine emotionale Blockade gelöst. Ich konnte plötzlich Themen angehen, die vorher tief im Unterbewusstsein lagen und meinen Alltag überschatteten. Doch nicht nur das, auch die gesundheitlichen Vorteile vom Fasten haben mich überzeugt. Dem Körper mal eine Auszeit zu geben, um sich selbst zu reinigen, zu reparieren, Kräfte zu sammeln.
Ganz wichtig ist aber auch die Phase nach dem Fasten. Dann ist es besonders einfach, neue Gewohnheiten zu etablieren. Mir fiel es zum Beispiel sehr leicht, nach dem Fasten meine Ernährung umzustellen und mehr Achtsamkeit in meinen Alltag zu bringen. Es ist nicht nur ein Reset drücken, nein, beim Fasten erholt sich mein Körper und mein Geist und ich „erwache“ ganz neu. Zumindest für ein paar Monate gelingt es mir dann, die Werbung auszublenden, nicht so viele To-Dos anzuhäufen, im Kalender Zeit für mich einzutragen und mich gezielt zu entspannen.

Sustainable Sustainability

written by Roxanne Joncas

I once cried because the bulk store was out of popcorn kernels for a month. I wanted popcorn but refused to buy it in a plastic bag because I had decided to live without waste. That was a low point and I never want to visit that dark pit again.

How does one get there? Let me tell you.

When you decide to reduce the waste you produce, you think it’ll be great. You feel inspired and full of energy. You eat less meat and buy your clothes second hand. You enthusiastically tell others what you’re up to and they praise you, saying things like, “Oh my, good for you, I could never do that.”

Then, you get to talking and reading more about what else you can improve. That’s when things start getting dark. Simple errands like buying sunscreen turn into navigating the aisles of endless plastic bottles and microplastic. You leave the store without sunscreen and get sunburned on the walk home because you decided that walking was better for the environment.

At home, you research “best sunscreen” and you find out the coral reefs are dying because of it.

You download an app to help you find good products, but soon enough, you realize there’s just too much bad stuff. You follow influencers that only buy products that are good for the planet. You’re relieved when you find cosmetics that are “good” but you have to rethink your budget to make room for them. You buy sunscreen and shampoo bars and a bamboo toothbrush. It’s hard work but it feels rewarding.

There’s an emergency news alert in your area, there was another oil spill. What’s next? The planet is on fire in the summer, the glaciers are melting, and the ocean is suffocating in plastic. You get a sense of dread deep in your bones. You stop reading the news and push the negative thoughts away.

Your family, friends and coworkers don’t understand. They ask you why the hell you even try. “One plastic bottle won’t make a difference anyway,” your boss says while drinking their sparkling water. When they’re done, they throw the plastic bottle in the trash; it makes you wince. You hang back in the kitchen and once they’re gone, you fish the bottle out of the trash and put it in the recycling bin. On the bike ride home, you apologize to the planet on behalf of all humans.

Christmas comes around. Your grandma buys you too many things you don’t need like non-vegan sweets wrapped in tons of plastic. They say they’re worried about you and your health. You cry in the bathroom. Congratulations. You’ve reached the level of guilt and anxiety.

The following summer, your family finally understood that veganism isn’t a death wish. You try to convince them to compost and to recycle but they refuse. It’s so frustrating! They resent you for making them aware that they “aren’t good people” and for challenging their core beliefs. They don’t want to hear it because they don’t want to feel guilty. 

That’s when you realize that people are scared of admitting the way they’ve been living is damaging to the planet. They refuse to change because it’s hard. It requires effort and failures.

Years later, you protest with Greta, buy all your food without plastic, grow your own fruits and vegetables, own compost worms, live in a tiny home, bake your own bread and never fly anywhere. It’s everything you can, but it’s not enough. You feel hopeless and lonely. No one else cares enough or understands and it’s just getting worse. 

You can’t talk to your friends about it anymore because it’s “becoming annoying” and they avoid you. So you create an Instagram account to tell strangers about your zero-waste journey and how they too can help save the planet. That makes you feel better for a while until you realize, it’s never going to be enough. You resent other people. “Why aren’t they doing anything?” or “Why aren’t they doing more?” That’s when the “sustainability shaming” comes in. You act superior for doing more than others. And the ones doing more than you make you feel bad, too. You’ve now joined the chain of shame and you’re full of remorse.

In the end, you’re exhausted and suffer from panic attacks. You see someone in the grocery store with six bags of plastic and you weep for the dolphins. Every outing is a nightmare and every decision takes forever. It feels impossible to make the absolute best choice for you and for the planet. That’s when you break down and cry because you can’t have popcorn on the worst day of your period.

You give up. If no one else cares, then neither do you. What’s the point? Let the planet shrivel up and let humanity die. It’s better if humans become extinct anyway. You’ve crossed over and have come full circle.

I’m here to say: don’t give up. Being sustainable often feels unsustainable. It’s hard and discouraging because when you choose to care about something, your brain will give it it’s all and with that comes every possible emotion. But caring drives change, even if you can’t see the immediate impact. You just need to remember that you can’t fix the planet—not alone. Doing your part is important, but if anxiety, exhaustion, and depression settle in, take a step back. 

Being sustainably sustainable means doing your best, without destroying yourself. There’s a happy medium and only you know what yours is. Whatever you’re doing for the planet, you’re doing a great job and you’ve earned a hug from Earth.

planet earth saying thank you

Nachhaltigkeit im Alltag

Mit unserem ehrenamtlichen Engagement im Glückslokal möchten wir zu einem bewussteren Umgang mit dem Konsum von schönen und auch nützlichen Dingen anregen. Uns macht der Gedanke glücklich, sich mit echten Lieblingsteilen, mit wahren Schätzen zu umgeben, anstatt das Zuhause mit ungeliebtem Allerlei zu füllen, das allenfalls in die Hand genommen wird, um es mal vom Staub zu befreien. Eine andere Art von Bewusstsein, von bewusstem Sein zu entdecken – Das eigene Leben nachhaltiger zu gestalten. Doch was dürfen wir in unserem Alltag alles mitdenken, wenn wir uns für einen nachhaltigen Lebensstil interessieren? Ehrlich gesagt: Eigentlich alles.

Ist mein Kaffee fairtrade? Welche Kosmetik benutze ich? Wo wurde die Baumwolle meines T-Shirts hergestellt, wer hat es für mich genäht? Fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit? Wo kaufe ich meine Lebensmittel und wie wurden sie produziert? Jeden Tag treffen wir zahlreiche Entscheidungen. Und wenn wir möchten, können wir – nach und nach – alle diese Entscheidungen reflektieren und neu denken. Was ist dir am Wichtigsten? Vielleicht Ernährung, Konsum oder Müllvermeidung? Wir alle bestimmen selbst die Geschwindigkeit, mit der wir uns über nachhaltige Themen informieren, wir dürfen selbst entscheiden, wie kritisch wir unser eigenes Verhalten betrachten und wie tief wir in die einzelnen Bereiche eintauchen möchten.

Was hilft? Anfangen! Suche dir im ersten Schritt ein kleines Eckchen im eigenen Alltag aus, dass du unter die Lupe nehmen möchtest. Überleg dir, was anders sein könnte und was für dich persönlich machbar ist. Neugierde! Veränderung darf Spaß machen und in kleinen Schritten stattfinden. Gestalte dir selbst ein kleines Abenteuer und probiere aus, was sich für dich gut anfühlt. Inspiration! Im Internet gibt es nichts, was es nicht gibt. Folge Accounts, die dich dazu inspirieren, tolle-neue-verrückte-interessante-kreative Sachen auszuprobieren (zum Beispiel bei Pinterest, Instagram, Youtube). Experimentiere allein, mit Freund*innen oder der Familie und entdecke die Welt der Nachhaltigkeit für dich. Also, worauf wartest du noch? Unsere Zukunft fängt jetzt an. Lass sie uns gemeinsam nachhaltiger gestalten.