von Angelika Junge

Hast du schon gesehen, wie es überall grünt? Auch vor der Tür des Glückslokals, insbesondere im Alte-Mu-Innenhof. Die Permakulturgruppe erntet bereits jede Menge Kräuter! Und ihr könnt es auch! Welche? Hier sind unsere Lieblinge – direkt an der Tür.

Zitronenmelisse und Minze sind Kulturkräuter. Ihr kennt sicherlich den zitronigen, fast sommerlich frischen Geschmack der Zitronenmelisse für Tee oder auch für Salate. Minze ist natürlich bekannt zur Unterstützung der Verdauung, ist aber im Sommer – heiß getrunken – sehr erfrischend und durstlöschend. Ich empfehle sie gerne zum Backen von Schokokeksen und -kuchen! Das bewirkt den besonderen Effekt wie bei After Eight: Eine Hand voll frischer Minzblätter klein wie Petersilie schneiden (mit einem großen Messer wiegen) und in den Teig mischen, dann werdet ihr sehen, wie das Aroma seine Wirkung tut.

Blaulila blühender Gundermann, zarter Giersch, Löwenzahn, hübscher Beinwell und der zarte Kleine Wiesenknopf (auch Pimpernelle) sind Wildkräuter mit richtig vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Also absolut gesund zu dieser Jahreszeit. Alle haben einen mehr oder weniger starken, würzigen Geschmack und eignen sich bestens fein gehackt/ gewogen für Dips und auf Brot, für Smoothies und für Suppen. Nur die schönsten Blätter handverlesen sammeln, vorsichtig waschen, abtupfen, verarbeiten und genießen. 

Gundermann: Triebspitzen sehr würzig als Speise, bei Husten, Durchfall, Stellen im Mund, als Tee für schlecht heilende Wunden.

Giersch: Zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe wie Eisen, Kalium, Magnesium, Kalzium, Zink, Vitamin C und A… es ist ein gesundes Wildgemüse! Gerne als „Masse“ im Wildsalat nutzen. Bitte nicht verwechseln mit Hundspetersilie oder Gefleckter Schierling: Sie haben ähnliche weiße Blüten aber die Blätter sind viel feiner, nicht so fleischig und saftig.

Kleiner Wiesenknopf/Pimpernelle: Sehr vitaminreich für Salate und Smoothies, Tee bei Stellen im Mund, Behandlung von Wunden, bei Sonnenbrand und unreiner Haut.

Löwenzahn: Die zarten Blätter, die Knospen, Blätter und auch die Wurzel sind leicht bitter und können wie Rucola verwendet werden.

Beinwell: Ist ähnlich wie Borretsch, vom Geschmack her gurkenähnliches Wildgemüse (nur wenig davon essen wg. nachgewiesener Pyrrolizidinalkaloide). Heilung von stumpfen, nichtblutenden Verletzungen wie Prellungen und Verstauchung insbesondere am Bein. Sehr gut zum Mulchen und Düngen des Gartens!

Man kann ganze Romane über spannende Wildkräuter schreiben, denn sie sind von der Natur präsentiertes Superfood, genau zur richtigen Zeit des Jahres. Warum? Ihr kennt sicherlich auch die Anzeichen von Frühjahrsmüdigkeit? Oder versorgt ihr euch mit Nahrungsergänzungsmitteln? Na, in der Natur und eben auch vor der Tür des Glückslokals bekommt ihr sie umsonst – nur bücken, pflücken, Duft einatmen und sich schon dabei gestärkt fühlen.

Bei vielen Kräutern ist es so, dass in dem Moment, wo sie Blüten entwickeln, die Blätter ihre gute Wirkung verlieren, dann investiert die Pflanze in Schönheit/ Insekten bzw. in die Produktion ihrer Nachkommen – in Saat! Es gibt ziemlich viele Bücher, in denen all dies ausgeführt wird. Ich verwende gerne von Rudi Beiser: Unsere essbaren Wildpflanzen aus dem Kosmos Verlag und – ganz neu aus diesem Jahr – das sehr hübsche Buch von Martina Merz:  Wildkräuter – Bestimmen, Sammeln, Zubereiten: Rezepte für Pestos, Chutneys, Pizzen, Salate, Pasta-Gerichte, Gebäcke, Smoothies… aus dem Becker Joest Volk Verlag. Martina Merz hat viele flotte Videos auf YouTube und kann wunderbar erklären.

TEE

Sucht ein paar der schönsten Blätter aus, pflückt sie vorsichtig und gießt heißes Wasser drüber. 5-10 Min ziehen lassen. Das bezieht sich insbesondere auf Minze und Zitronenmelisse. Geht aber ebenso gut mit Brennnessel (entwässernd, entschlackend, Milchproduktion fördernd). Bei den Wildkräutern empfehle ich eher eine Mischung, gerne auf der Basis von Brennnesseln (fest mit zwei Fingern anfassen, dann brennen sie nicht) und dann beliebig andere dazunehmen. Zum Beispiel ein- oder drei Mal am Tag einen Becher trinken!

SMOOTHIE

Als Basis empfiehlt sich Saft oder Wasser, Banane und Apfel, Gurke und dann nach Belieben Kräuter. Zum Würzen etwas Salz, Knoblauch… Lecker!

SUPPE

Grüne-Neune-Suppe (ein altes Rezept für die Frühlingszeit)

9 verschiedene Wildkräuter – Und daraus eine Suppe kochen: Die Wirkung ist belebend und entschlackend, was nach den langen Wintermonaten unserem Körper guttut.

Zum Beispiel:

je eine Hand voll von 9 ausgewählten Kräutern:

Löwenzahn (zarte Blätter, Knospen, Wurzel: schrubben und in kleine Stücke schneiden)

Gänseblümchen (Blätter und Blüten)

Taubnessel (Blätter und Blüten)

Giersch (junge Blätter)

Brennnessel (Blätter)

Vogelmiere (Blüten und Blätter)

Knoblauchrauke (Blüten und frische Blätter)

Gundermann (Spitzen mit Blättern und Blüten)

Kleiner Wiesenknopf (Knospen und Blätter)

Sauerampfer (zarte Blätter)

Ehrenpreis (Blüten, Blätter, Stängel)

Schafgabe (Blätter, weiße Blüten)

Wegerich (zarte Blätter)

Kräuter gut waschen, abtupfen (schöne Blüten an die Seite legen) und mit einem scharfen großen Messer klein schneiden/ wiegen.

1 gehackte Zwiebel in die klein geschnittene Löwenzahnwurzel in 1 EL Öl andünsten.

3 größere Kartoffeln waschen (ggf. mit Schale), in Würfel schneiden und zu den Zwiebeln geben.

1 Liter Wasser hinzufügen.

3 Esslöffel Gemüsebrühe hinzufügen oder alternativ Salz und Pfeffer und 9 Min kochen lassen.

Anschließend Herd ausstellen und die fein gehackten Kräuter unterrühren sowie 3 Teelöffel Schmand oder Sahne, 9 Min ziehen lassen, mit Blüten dekorieren und heiß essen. Und genießen!

Kräuter vor der Glückslokal-Tür

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