Viele Menschen möchten ihr Leben nachhaltiger gestalten und auch bei einem Neukauf darauf achtgeben, umweltfreundlichere Produkte zu konsumieren. Aber ist es immer eindeutig, ob etwas „grün“ ist? Durch große Kampagnen einiger Fast-Fashion-Riesen wurde in den letzten Wochen in den sozialen Medien viel über Greenwashing diskutiert. Green-Was? Das Wirtschaftslexikon bezeichnet Greenwashing als „den Versuch von Unternehmen, durch Marketing- und PR-Maßnahmen ein „grünes Image“ zu erlangen, ohne allerdings entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Wertschöpfung zu implementieren.“

Ein Beispiel: Ein Unternehmen, das bisher vor allem durch schlechte Arbeitsbedingungen für Näher*innen aufgefallen ist, das Schlagzeile machte wegen des Vorwurfs von Kinderarbeit und dem Verbrennen von tonnenweise neuwertiger Kleidung, bewirbt seine neue nachhaltige Kollektion mit Bio-Baumwolle. Dabei werden Millionenbeträge in die Hand genommen, um uns Konsument*innen zu zeigen: „Auch uns liegt die Umwelt am Herzen, wir werden jetzt nachhaltiger!“ Das Unternehmen suggeriert dadurch: „Wir gehören zu den Guten.“

Faktisch ist das falsch, das Unternehmen bietet nur zusätzliche Produkte für eine insgesamt größere Zielgruppe an, die Hauptmotivation bleibt dabei Wachstum und Profit. Das Unternehmen selbst wird jedoch dadurch nicht nachhaltiger. Insbesondere beim Anbau von Baumwolle, die „unter Einhaltung strenger Standards“ produziert wurde, wissen wir ohne Angabe eines zertifizierten Textilsiegels wie GOTS (Global Organic Textile Standard) nicht, welche Vorgaben eigentlich berücksichtigt wurden. Die gute Nachricht: Wenn wir uns nicht durch den Dschungel aus unterschiedlichen Öko-Siegeln kämpfen möchten, keine Zeit für eine intensive Recherche zu den Ethik-Standards eines Unternehmens haben und einen Neukauf auch umgehen können, tragen wir einfach Second-Hand aus dem Glückslokal!

Greenwashing

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